Werther ist eine Gemeinde
mit acht Ortschaften im LK
Nordhausen
in Thüringen. Die Gemeinde Werther liegt im Tal der Helme und
grenzt im Südosten an die Goldene Aue. Die Kreisstadt Nordhausen
ist etwa 2 km in östlicher Richtung entfernt. Kleinwerther ist
einer der genannten acht Ortsteile und liegt nördlich von
Werther in unmittelbarer Nähe zur A 38.
Der Namen Werther steht im
Norddeutschen für eine Insel. Diese Bezeichnung ist
zurückzuführen auf die Melioration der Walkenrieder Mönche im
12. Jahrhundert, die Teile des Sumpfgebietes der Goldenen Aue
trocken legten. Dementsprechend wurde die Siedlung Kleinwerther
im Jahre 1184 erstmals erwähnt.
Dort wo heute das Rittergut
seinen Standort hat, befand sich schon zum Beginn des 13.
Jahrhunderts eine Wasserburg. Siedlung und Burg waren Lehen der
Hohnsteiner Grafen. Wie die Quellen berichten, wurde diese Burg
im Jahre 1213 durch Albert von Clettenberg zerstört. Angenommen
werden kann, das jene Burg zusammen mit der Siedlung
Kleinwerther errichtet wurde. Anscheinend wurde die Burg aber
bald wieder aufgebaut. Seit Ende des 13. Jahrhundert wird ein
eigener Adel genannt, die Herren von Werthere. Dieser Adel trat
in der Folgezeit recht häufig in Urkunden auf: Heinricus de
Wertere 1302, Friczeche und Frederich von Wertere 1391, Herman
von Wertere 1438 – Reichsschultheiß von
Nordhausen.
Während des Bauernkrieges
im Jahr 1525 wurde die Wasserburg von den Aufständischen
zerstört. Dietrich von Wertheren baute die Burg jedoch wieder
auf. Im Jahre 1857 wurde die Burg abgebrochen und durch eine
rechteckige Gutsanlage ersetzt. 1865 zerstörte ein Brand einen
der alten Burgtürme, welche noch erhalten waren. Im Jahr 1883
verkauften die Herren von Werther das Rittergut in anderen
privaten Besitz.
Die heutige rechteckige
Gutsanlage nimmt den Standort der ehemaligen Wasserburg ein. Das
Rittergut ist von Wassergräben umgeben, die Umrisse der
ehemaligen Hauptburg zeichnen sich noch ab. Vom alten Bestand
ist noch der nordöstliche runde Eckturm mit Mauerscharte und
Burgtor erhalten. Unter dem Herrenhaus, das 1857-58 erbaut
wurde, sind noch drei alte Tonnenkeller erhalten. Auf der
Südseite liegt der Wirtschaftshof, der ebenfalls von einem
Graben eingefasst ist und die ehemalige Vorburg darstellt.
Die Herren von Werther, die
einstmals hier Burgherren waren, sind ein sehr altes
Adelsgeschlecht. Laut Sage wurde dieses Geschlecht erstmals im
Jahre 773 genannt. Demnach soll der langobardische Herzog
Illibrandus von Karl dem Großen besiegt worden sein. Die
Stammreihe beginnt mit Odobaldus, erster Herr von Werthern. Nach
dem Thüringer Historiker Paulus Götz (1570-1633) stammt das
Geschlecht derer von Werther(n) vom thüringischen König
Bertharii in gerader Manneslinie ab. Der erste Herr von Werthern
war demnach Odobaldus (Adobald). Dieser soll im Jahr 801 oder
802 von Karl dem Großen wegen langjähriger heldenhafter, kluger
und treuer Kriegsdienste eine Burg mit Herrschaft namens Werther
bekommen haben und als erster Herr von Werthern bestätigt worden
sein. Der Standort dieser Herrschaft in Thüringen soll unweit
vom Harz und der Stadt Nordhausen gelegen haben.