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Untere Sachsenburg bei Oldisleben

Die Geschichte dieser Burganlage ist untrennbar mit der Geschichte der Oberen Sachsenburg verbunden, über die ich vorstehend berichtet habe.

Die Untere Sachsenburg liegt nur etwa 350 m südsüdöstlich der Oberen Sachsenburg. Standort der Anlage ist das südsüdöstliche Ende eines absteigenden Bergspornes am Ende des Hainleite-Kammes, der 210 m ü. NN liegt. Die Untere Sachsenburg in ihrer strategischen Bedeutung ist nur in direktem Zusammenhang mit der Oberen Sachsenburg zu sehen. Die gesamte Anlage hatte im Mittelalter für die Thüringer Pforte eine beherrschende Schlüsselstellung, die sicherlich auch in älterer Zeit schon bestand. Daher ist auch diese Anlage in die ausgedehnte ältere Wächterberg-Anlage hinein gebaut worden.

Die Sachsenburgen bei Oldisleben - Zeichnung: Wolfgang Braun

Der Burgplatz ist trapezförmig und hat etwa die Maße von 38 x 48 m. Östlich bricht er zur Unstrut hin mit einem felsigen Steilhang ab und nach Südwesten ist er durch eine am Wächterberg heraufziehende Schlucht begrenzt. Der Burgplatz ist von einer umlaufenden Mauer umgeben und nach Nordosten und Nordwesten durch einen tiefen, aus dem Fels geschlagenen Graben geschützt. In der Westecke des Burgplatzes befindet sich der mächtige quadratische Bergfried von 8 x 8 m mit einer Höhe von ca. 22 m. Der Wehrturm ist freistehend, hat 4 Geschosse und eine Mauerdicke von 1,5 m; der Eingang durch eine Spitzbogentür liegt in 7 m Höhe auf der Südostseite. Südöstlich des Bergfrieds liegen die Reste eines an die Ringmauer angelehnten Gebäudes von 6 x 10 m. Auch von dem Palas, der die ganze Südostseite der Burg einnimmt und 10 x 48 m misst, sind nur noch geringe Reste aufzufinden.

Allerdings sind unter Bodengleiche im ehemaligen Palas noch Kreuzgewölbe sowie ein 34,5 m langes Tonnengewölbe erhalten. Am nördlichen Winkel der Ringmauer stand ein Eckturm, von dem noch die südliche Ecke mit Strebepfeiler erkennbar ist. Besonders beachtenswert ist eine gut erhaltene Brunnenanlage: Ein runder Brunnenschacht von ca. 3 m Durchmesser liegt hinausgeschoben am zur Unstrut abfallenden Steilhang; er ist mit einer Ringmauer durch einen nach Art einer Bastion vorspringenden Brunnenturm verbunden und geschützt. Der Turm schließt außen als halbes Achteck ab (wurde 1870 erhöht). Zum Kriegsende hin wurde hier 1945 allerdings eine Sprengung durchgeführt, um die im Tal verlaufende Straße zu blockieren.

Auf halben Weg zwischen Unterer und Oberer Sachsenburg befindet sich eine Kapelle, die als Ruine erhalten ist. Sie war Gotteshaus für beide Burgen sowie bis zum Jahr 1839 für das Dorf Sachsenburg; eventuell befand sich dort schon ein Heiligtum der frühgeschichtlichen Anlage. Erstmals genannt wurde diese Kapelle 1278. Heute sind nur noch Teile der Umfassungsmauer erhalten. Durch mehrere Umbauten wird das Bild verfälscht. Als Kern läßt sich ein Langschiff von etwa 6,5 x 12,5 m, mit Westwerk (?), sowie ein angesetzter Dreiachtel-Chor von 7,5 x 10 m herausschälen.

Weitere Informationen: Obere Sachsenburg

>>> Gastgeber in Walkenried

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2014

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Burgen und Schlösser in der Harzregion: Band 5
Bernd Sternal, Wolfgang Braun
Burgen und Schlösser der Harzregion, Band 5

Am 13.06.2007 habe ich meinen ersten Burgentext geschrieben, inzwischen sind über 7 Jahre vergangen. Seit 2010 ist jährlich ein Band „Burgen und Schlösser der Harzregion“ erschienen – der 5. Band ist nun der letzte. Insgesamt habe ich die Geschichte von 239 Burgen und Schlössern auf über 850 Buchseiten vorgestellt.
Hunderte Grafiken, Zeichnungen, Stiche und Grundrisse illustrieren die Bücher und geben eine Vorstellung vom einstigen Aussehen dieser alten Wehrbauten, von denen heute oftmals nur noch Ruinen, Burgplätze oder Wallanlagen erhalten sind.
Viele Menschen haben mich bei diesem Projekt unterstützt. Alle hier zu nennen würde diesen Rahmen sprengen. Dennoch möchte ich einigen Unterstützern hiermit meinen Dank aussprechen: Ohne die vielen wun-dervollen Rekonstruktions-Zeichnungen von Wolfgang Braun hätten diese Bücher viel von ihrem Charme eingebüßt. Dr. Detlef Schünemann hat als ausgewiesener Burgenkenner wesentlich dazu beigetragen, dass meine Texte ergänzt und abgerundet wurden. Auf Grund des Einsatzes von Detlef und Marianne Schünemann konnten eine ganze Reihe Burgruinen und Wallanlagen erstmals vermessen und, unter Überprüfung älterer Beschreibungen, hier vorgestellt werden.
Durch die dankenswerte Unterstützung der Genannten sowie vieler Ungenannter ist ein Werk entstanden, das hoffentlich Burgenfreunden, Geschichtsinteressierten aber auch kulturhistorisch interessierten Wanderern noch lange Freude bereiten wird.

Gebundene Ausgabe: 26,99 €
176 Seiten, 1 Übersichtskarte, 18 Rekonstruktions- und 36 Grundrisszeichnungen,
12 Stiche, 34 Zeichnungen, Grafiken und Fotos
Taschenbuch: 14,99 €
140 Seiten, 1 Übersichtskarte, 18 Rekonstruktions- und 36 Grundrisszeichnungen,
11 Stiche, 31 Zeichnungen, Grafiken und Fotos