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Burgruine Erichsburg

Um die Erichsburg ranken sich zahlreiche Sagen und Legenden. Diese Sagenbildung bei Burgen ist dann oftmals der Fall, wenn die Menschen wenig über die Bedeutung einer Burg, deren Ursprung und über ihre Herren wissen. Auch von der Erichsburg, die nahe Friedrichsbrunn in Richtung Siptenfelde liegt, kennen wir weder den Erbauer, noch das Baujahr. An der alten Heerstraße, von Quedlinburg über Bad Suderode nach Siptenfelde, lag sie strategisch günstig auf dem Erichsberg, einem Südhang des Rambergs, zur Wegesicherung. Friedrichsbrunn war zu jener Zeit als Ort noch nicht existent, die Burg lag also tief im Harzforst verborgen.

Die Burg hatte im 12./13. Jahrhundert bereits einen eigenen Adel: 1170 Henricus de Erichsberge; 1262 domini Thiderici et Henrici fratrum de Ereksberge, 1300 Henningus de monte Erici. Anfang des 14. Jahrhunderts kam die Burg dann in die Hände der Herren von Hoym. Im Jahr 1320 verkauften diese die Erichsburg an die Grafen von Stolberg, die diese fünf Jahre später als Lehen an das Stift Halberstadt gaben, aber weiterhin im Besitz blieben. Überliefert ist, dass sich die Burg zu einem Raubnest entwickelte und die Burgbesatzung im weiten Umkreis Übergriffe auf Reisende und Handelsleute vornahm.

Um dem Treiben Einhalt zu gebieten, verbündeten sich die Grafen von Hohnstein und von Schwarzenburg sowie die Städte Erfurt und Mühlhausen und eroberten die Burg. Dabei gerieten Graf Hermann von Stolberg und sein Burgvogt, Heinrich von Werther, in Gefangenschaft. Die beiden Adligen wurden enthauptet, was von sehr schweren begangenen Verbrechen zeugt, denn eine derartig drakonische Strafe für Adlige, war die Ausnahme. Die 20 Söldner der Burgbesatzung wurden gehängt und die Erichsburg zerstört. Diese Ereignisse sind für das Jahr 1345 überliefert. Ein Jahr später verfasste Graf Heinrich von Stolberg einen Sühnebrief, in dem er niederschrieb, dass er sich für angerichteten Schaden an Burg und Leben nicht rächen will.

Ob die Burg dann wieder aufgebaut wurde, ist nicht überliefert. Wohl aber, dass im 16. Jahrhundert die Herren von Anhalt-Bernburg die Burg und alle umliegende Forste erwarben. Die begannen dann dort mit dem Bergbau im sogenannten „Erichsburger Gang“. Ob die weitgehende Zerstörung der Burganlage, mit ihrer Kernburg von 30 Meter Durchmesser und der Vorburg von 25 x 40 Meter, die wohl auch mit einer Sprengung des Bergfrieds in Zusammenhang steht, in diesem Zusammenhang zu sehen ist, bleibt offen.

Heute liegt die Ruine der Erichsburg an einem beliebten Wanderweg von Friedrichsbrunn nach Siptenfelde und führt an dem Erichsburger Teich sowie an den ausgeschilderten Hinterlassenschaften des Erichsburger Bergbaus vorbei.

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2010

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Bernd Sternal (Autor), Lisa Berg (Autor), Wolfgang Braun (Autor)
Burgen und Schlösser der Harzregion

In den einschlägigen Touristenführern und Bildbänden über den Harz, finden wir immer die selben Burgen und Schlösser, die als Wahrzeichen und Ausflugsattraktion vorgestellt werden. Aber der Harz hat sehr viel mehr, dieser faszinierenden, mittelalterlichen Altertümer, die in keinem Reiseführer vorkommen. Es sind die zahlreichen Ruinen der Harzer Burgen und Schlösser, von deren Aussehen wir kaum eine Vorstellung haben. Das Autorenteam hat lange gearbeitet und nun liegt das Resultat als Buch vor. Es vermittelt ihnen in einzigartiger Weise, wie diese legendären, von Mystik umwehten Relikte einer längst vergangenen Zeit, einmal ausgesehen haben könnten. Mittels detaillierter Rekonstruktions- und Grundrisszeichnungen sowie historischer Zeichnungen und Stiche und umfassenden geschichtlichen Fakten, können sie sich ein Bild von der Harzregion im Mittelalter machen. Wir wünschen ihnen viel Freude dabei und möchten sie schon neugierig machen auf den II. Band der bald folgen wird.

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