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Burgruine Anhalt und Selkemühle

Zuerst war der Legende nach die Mühle vorhanden. Sie war eine Lehmmühle und sie soll die Ziegel für die Burg geliefert haben. Die damit erbaute Burg war gewaltig, eine der größten im Harzgebiet.

Zur Zeit der Völkerwanderung ließ sich ein verdrängter Stamm, aus dem Volk der Sueben, am nordöstlichen Harzrand nieder. Um sich gegen die ständig eindringenden Sachsen verteidigen zu können, wurden auf vielen Anhöhen hölzerne Befestigungen erbaut. Auch eine Art Balkenburg wurde von dem ersten überlieferten Grafen Albert II. auf einer Anhöhe errichtet, die Ballenstedt genannt wurde, was so viel wie Balken-Stätte bedeutet. Aus dem suebischen Stamm entwickelte sich das suebische Geschlecht der Beringer, aus dem sich, um das Jahr 1000, durch Verheiratung mit sächsischen Adelshäusern, das Geschlecht der Askanier entwickelte. Zu Beginn des 11. Jahrhunderts waren sich also Sueben und Sachsen näher gekommen. Dann aber erschlug der suebische Askanier, Graf Esico, einen sächsischen Grafen. Zur Strafe befahl der Kaiser, dass Esico seine Balkenburg in ein Kloster umwandeln musste. 

Esico brauchte aber eine neue, repräsentative und wehrhafte Burg. Da bot sich das nahegelegene Selketal, mit seinem Großen Hausberg, als idealer Standort an. Und Graf Esico baute eine gewaltige Burg, deren Anlage 130 x 220 Meter maß. Und er nannte sie Burg Ane-Holt, was aus dem Althochdeutschen übersetzt so viel wie „ohne Holz“ bedeutet. Aus Ane-Holt wurde Anhalt, dass später einem ganzen Land seinen Namen gab.

Doch, dass pure Größe allein kein Garant für Sicherheit und Unbesiegbarkeit ist, zeigt dieses Beispiel. Denn die Burg Anhalt wurde nur zirka 100 Jahre alt. Im Jahr 1140 wurde sie bei einer Fehde zwischen dem Erzbischof von Magdeburg und dem Markgraf Konrad von Meißen zerstört, wie alte Urkunden berichten.

Ab Mitte des 12. Jahrhunderts ließ Sachsenherzog Albrecht der Bär, aus dem Geschlecht der Askanier, die Burg Anhalt wieder aufbauen. Vieles deutet darauf hin, dass dies im hochromanischen Stil geschah. Der gewaltige Rundturm der Ursprungsanlage, von 18 Meter Durchmesser und 1,8 Meter Mauerdicke, der zum Teil als reine Turmburg angesehen wird, wurde dabei nicht wieder errichtet und wurde vom Neubau übermauert. Im 13. und 14. Jahrhundert wohnten und residierten die Fürsten und Herzöge von Anhalt-Askanien auf der Burg und errichteten Ende des 13. Jahrhunderts auch noch eine weitläufige Zwinger-Unterburg. Dann muss die Burg wohl ihre strategische und militärische Bedeutung verloren haben und wurde zugunsten von Stadtschlössern aufgegeben. Ende des 15. Jahrhunderts, schienen die Burg Anhalt sowie ihre kleine Schwesterburg, die zirka 500 Meter weiter östlich auf dem kleinen Hausberg lag, verlassen und das zugehörige Dorf Anhalt wüst geworden zu sein. Dann hatte sich die Natur wieder ihr Recht genommen und für die Menschen waren die Burgenreste willkommenes Baumaterial, denn Untypischerweise für diese Zeit, war ein Großteil der Burg aus Ziegelsteinen im Klosterformat gebaut worden.

Heute ist die einst gewaltige Burganlage eine Ruine, von der nur noch Mauerreste von Kapelle, Wohntrakt, Bergfried und Ringmauer vorhanden sind. Trotzdem sind die Ruine und der Große Hausberg eine Wanderung wert. Und die startet man von der Selkemühle, der eingangs erwähnten Lehmmühle, gelegen im Selketal, direkt unter dem Großen Hausberg. Aus der Lehmmühle wurde später eine Getreidemühle, sicherlich in den Diensten der Burg. Mit der Auflassung der Burg, verlor auch die Mühle ihre Bedeutung und wurde wüst. Doch mit dem Aufkommen des Fremdenverkehrs, zum Ende des 19. Jahrhunderts, begannen drei Ballenstedter Damen die Mühle als Gasthaus zu betreiben.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, kaufte ein Fritz Böcker das Anwesen und beendete den Dornröschenschlaf der Selkemühle. Der umtriebige Gastwirt gründete auf den Selketalwiesen die erste deutsche Shetlandpony-Zucht, schuf einen kleinen Landschaftspark, errichtete einen Wildpark, baute Übernachtungskapazitäten auf und eröffnete den ersten Harzer Biergarten. Vieles davon hat die letzten hundert Jahre überdauert und der Biergarten ist bis heute ein Aushängeschild der Selkemühle. Zu DDR-Zeiten war sie Ferienheim der Post mit öffentlicher Gaststätte und nach der Wiedervereinigung ging sie wieder in private Hände über und durchlebte eine wechselvolle Geschichte.

Heute wird das Landhaus Selkemühle von einem engagierten Gastronomen - Paar betrieben, dass viel Kraft und Liebe investiert um an alte erfolgreiche Zeiten anzuknüpfen. Die Selkemühle ist idealer Ausgangspunkt für zahlreiche interessante Wanderwege, wobei einige als Rundwanderwege konzipiert sind. Da ab der Selkemühle auch der öffentliche Verkehr gesperrt ist, kann der untere Teil des Selketals auch von allen genutzt werden, die schwerere Wanderwege scheuen. Und dann, nach einem ausgiebigen Spaziergang in ursprünglicher Natur ist eine zünftige Einkehr in die Selkemühle angesagt.

Bei einem frischen Kaffee und hausgebackenem Kuchen und Torten kommt man schnell wieder zu Kräften. Ein besonderer Renner sind übrigens die „Selketaler“, ein äußerst leckeres Mürbteiggebäck. Und wer nichts Süßes mag, für den ist eine frische Harzer Forelle, „Blau“ - oder „Selkemüllerinnen-Art“ zu empfehlen und dazu ein Frischgezapftes. Natürlich kann man in der Selkemühle auch angenehm nächtigen, in Ferienwohnungen oder im Hotel „Altes Forsthaus“. Die Selkemühle – ein Ausflugsziel, das zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert ist!

Weitere Informationen unter: Burg Anhalt – Wikipedia

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2009

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Bernd Sternal (Autor), Lisa Berg (Autor), Wolfgang Braun (Autor)
Burgen und Schlösser der Harzregion

In den einschlägigen Touristenführern und Bildbänden über den Harz, finden wir immer die selben Burgen und Schlösser, die als Wahrzeichen und Ausflugsattraktion vorgestellt werden. Aber der Harz hat sehr viel mehr, dieser faszinierenden, mittelalterlichen Altertümer, die in keinem Reiseführer vorkommen. Es sind die zahlreichen Ruinen der Harzer Burgen und Schlösser, von deren Aussehen wir kaum eine Vorstellung haben. Das Autorenteam hat lange gearbeitet und nun liegt das Resultat als Buch vor. Es vermittelt ihnen in einzigartiger Weise, wie diese legendären, von Mystik umwehten Relikte einer längst vergangenen Zeit, einmal ausgesehen haben könnten. Mittels detaillierter Rekonstruktions- und Grundrisszeichnungen sowie historischer Zeichnungen und Stiche und umfassenden geschichtlichen Fakten, können sie sich ein Bild von der Harzregion im Mittelalter machen. Wir wünschen ihnen viel Freude dabei und möchten sie schon neugierig machen auf den II. Band der bald folgen wird.

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