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Burg Hanstein bei Bornhagen

Der Standort der Burg Hanstein im thüringischen Landkreis Eichsfeld, gehört nicht mehr zum unmittelbaren Harzvorland. Da sie jedoch zu den schönsten und größten Burganlagen im mitteldeutschen Raum zählt und das Eichsfeld geschichtlich immer mit der Harzregion verbunden war, möchte ich diese Burg hier vorstellen.

Die mächtige Ruine der Burg liegt etwa 390 m ü. NN im äußersten Norden des Höhenzuges Höheberg. Der Burgberg, Hanstein genannt, befindet sich etwa 14 km südwestlich von Heiligenstadt, in der Nähe des Dreiländerecks Thüringen, Niedersachsen und Hessen. Direkt zu Füßen der Burg, liegt das Dorf Rimbach, welches zur Gemeinde Bornhagen gehört.

Die ersten Nachrichten aus dieser Region erhalten wir aus den Jahren 826 bis 853. In dieser Zeit erwarb das Stift Corvey im Thüringer Gau, drei Hufen Land bei Haanstedihus. Damit wurde wohl nicht die Burg, sondern das Gebiet um den Burgberg gemeint. Unweit der heutigen Burg befindet sich ein Platz, der als „die alte Burg“ bezeichnet wird. Dort könnte im Frühmittelalter eine Fortifikation (Wehrbau) existiert haben, worauf letztlich der Ortsname „Bornhagen“ hindeutet. Das Grundwort -hagen stand früher für eine Befestigung, die von Gewässern sowie Bäumen und Hecken geschützt wurde. Man könnte sich eine Grenzbefestigung vorstellen, die nach dem Niedergang des Thüringer Reiches, Sachsen von den merowingischen Gebieten abgrenzte. Wo auch immer sich diese Alte Burg befunden haben mag und wie auch immer sie strukturiert gewesen sein mag, sie muss längeren Bestand gehabt haben, denn noch im Jahre 1070 wurde sie erwähnt. Aus diesem Jahr stammt auch die erste sichere Nachricht von der Burg und zugleich von ihrer Zerstörung, die uns Lampert von Hersfeld in seinen Jahrbüchern hinterließ: „(Im August) ließ König Heinrich IV. des Herzoges (Otto von Nordheim) Burg Hanstein von Grund aus zerstören.“

Im Jahr 1070 muss die Burg also schon bestanden haben und Eigentum von Otto von Northeim gewesen sein. Dass Kaiser Heinrich IV. sie zerstören ließ, lässt auf die Bedeutung dieser Anlage für die Sachsen schließen. Schon bald wurde die Burg durch Otto von Northeim wieder errichtet. Zur Zeit Heinrichs des Löwen, trat im Jahr 1145 ein Boppo von Hanenstein auf, welcher 1151 Popo Graf de Hanstein und 1170 Graf Poppo de Hanstein genannt wurde. Im Jahr 1203 wurde die Burg Hanstein zunächst dem Rheinpfalzgrafen Heinrich, bald darauf dessen Bruder Kaisers Otto IV., übereignet.

Im Jahre 1209 nahm Erzbischof Siegfried von Mainz das castrum Hanenstein als Eigentum des Mainzer Erzbistums in Anspruch. Um den mächtigen Kirchenfürsten zu gewinnen, gab Otto IV. wohl die Burg Hanstein dem Mainzer. 1236 erschien erstmals der Mainzer Lehnsmann Heidenreich von Hanenstene. Das Geschlecht, dem er angehörte, stammt von den Vitzthum von Apolda (Adelsgeschlecht) ab; ein Zweig derselben erhielt 1150 das Vitztamt (Vertreter des Fürsten) auf dem Rusteberge im Mainzischen Eichsfelde und um 1230 ein Burglehen auf Burg Hanstein. Nach dieser Burg nannte sich das Geschlecht fortan: Mainzische Befehlshaber auf der Burg Hanstein (wie auf den anderen eichsfeldischen Burgen des Erzstifts) waren von 1296 bis 1299 Friedrich von Roßdorf und Dietrich von Hardenberg.

Die Burg Hanstein wurde inzwischen recht baufällig. Am 4. Oktober 1308 schlossen die Gebrüder Heinrich und Lippold von Hanstein mit dem Erzbischof Peter von Mainz einen Vertrag, durch welchen erstere sich zur Erbauung einer neuen Burg, unter gewissen Bedingungen verpflichteten: „Sie wollten aus ihren eigenen Mitteln auf dem Berge des Erzstifts, genannt Hanstein, die Burg ganz neu aufbauen, den Oberbau aus Holz, den Unterbau ganz aus Stein; an dieser Burg wollten sie kein anderes Recht haben, als dass sie und ihre männlichen Erben immer Amtsleute und Burgmänner wären. Die Burg sollte, wie der Rusteberg und andere Schlösser, allezeit dem Erzbischofe ein offenes Schloss sein und bleiben. Deshalb sollten die Wächter und Torhüter dem Erzbischofe als Landherrn huldigen, aber auch zugleich denen von Hanstein als Erbburgmänner schwören. Zur Unterhaltung der Burg und zur Besoldung der Wächter will der Erzbischof jährlich 10 Mark feines Silber anweisen. Wenn die von Hanstein ausstürben, sollte die Burg Hanstein mit den oben genannten Einkünften an den Erzbischof von Mainz zurückfallen.“

Die Hansteiner gingen ans Werk und erbauten die Burg, welche fortan Stammsitz ihres weit verzweigten und recht begüterten Geschlechts war. Durch aufgefundene Inschrift-Steine, welche Jahreszahlen enthalten, wurde erkennbar, dass in den Jahren 1414 und 1519 dem ersten Baubestand bedeutende Erweiterungsbauten hinzugefügt wurden. Die letztere Reparatur diente dem Zweck, die Burg so weit in Verteidigungsstand zu setzen, dass man in gefährlichen Zeiten wenigstens das Vieh und die Habe in derselben bergen konnte. Den Wohnraum der Familie von Hanstein zu erneuern, war nicht die Absicht.
Denen von Hanstein war es auf der Stammburg schon längst zu eng geworden und so ließen sie sich auf ihren Ritterhöfen Besenhausen, Bornhagen, Werleshausen, Wahlhausen, Ershausen, Oberelle und Henfstedt (im Hennebergischen) Geismar sowie auf Ober- und Unterstein nieder. Dieser Umstand führte dazu, dass im Jahre 1683 die Burg Hanstein „wüste und unbewohnt“ wurde.

Verlassen von ihren Besitzern zerfiel sie immer mehr. Die Burg blieb jedoch noch einige Zeit ein Treffpunkt der verschiedenen Familienzweige, zu Beratungen ihrer Familienangelegenheiten, bis auch dieses, der Baufälligkeit wegen unmöglich wurde. Erst von 1838 bis 1840 haben die Hansteiner in der alten Burg einen neuen Saal errichten lassen, um Familienkonferenzen abhalten zu können.

Zwischen 1904 und 1915 wurden umfangreiche Renovierungsarbeiten, im Hinblick auf die bevorstehende 600 Jahrfeier der Burg, durchgeführt. 1921 wurde das 800-jährige Bestehen des Geschlechtes derer von Hanstein begangen. Die Burganlage ging 1946 in das Volkseigentum der DDR über, seit 1952 in Rechtsträgerschaft der Gemeinde Bornhagen. Im Sommer des Jahres 1985 wurde mit umfangreichen Sanierungsarbeiten begonnen. Seit 1990 ist die Burg Hanstein wieder in Besitz der Gemeinde Bornhagen.

Das Gelände ist in besonders geschickter Weise für die Anlage der Burg genutzt worden. Der Zugang zur Burg ist so angeordnet, dass potentielle Angreifer ihre rechte, d. h. durch Schild nicht gedeckte Seite, den Belagerten zukehren mussten. Die Burganlage selbst, ist ein unregelmäßiges Vieleck. Dieses Vieleck umschließt einen fünfeckigen Hof, der mit einer Durchfahrt vom Haupttor (Tor IV) unmittelbar zugänglich ist. Die 1 m starke Mauer des Burghofes, durchweg auf Felsen stehend, weißt alle 5 bis 6 m Schießlöcher auf. Die Zwingermauer - 1,40 m stark - ist nur noch teilweise erhalten. Sie ist nach einem unregelmäßigen Vieleck angelegt. An der Nordseite sind fünf Rondelle vorgelegt.

Tor I - im Dorfe Rimbach gelegen - ist nur noch in den unteren Mauerpfeilern vorhanden. Eine Quermauer ist zwischen ihm und dem oben erwähnten Felseinschnitt aufgeführt. Seine Weite beträgt 5,10 m. Die Tore II bis IV stehen auf Felsen, III und IV sind an den Felsen einseitig angebaut; ihre Schließvorrichtungen sind in den Felsen eingehauen, ihre Weite beträgt 2,50 m. Tor IV- das Haupttor - ist im Mauerwerk noch vollständig erhalten. Es ist spitzbogig überwölbt und misst eine Höhe 3,70 m. Dieses Tor ist durch einen breiten Graben vom Burghof getrennt und durch eine Zugbrücke zugänglich gewesen.

Die Gesamtausdehnung der Burganlage scheint dem ursprünglichen Zustand noch ziemlich gleich zu sein. Der Zwingergraben ist größtenteils bis zu 8 bis 10 m tief in den Felsen eingesprengt. Der Wehrgang an der äußeren Mauer ist teilweise auf dem Felsen angeordnet. Durch künstlichen Einschnitt des Geländes ist letztere an der gefährlichsten Stelle, oberhalb des ersten Tores, gesichert worden.

In einer Entfernung von etwa 1200 m und etwa 100 m höher gelegen als die Burg, ist auf einer Kalksteinkuppe eine Wallburg vorhanden. Diese ist an der südlichen Seite durch einen steilen Hang begrenzt und an den drei anderen Seiten mit Gräben und aufgeworfenem Wall befestigt. Eine 6 x 5 m lange und breite Grundmauer von unbehauenen Sandsteinquadern, die in größeren Stücken gebrochen und 40 bis 50 cm stark sind, ist auf dem Gelände ohne Mörtel eingebettet.

Der Burgberg, mit steilen Hängen versehen, ist nur in südlicher Richtung mit dem Kamm des Höheberges zusammenhängend. An dieser Stelle führt ein steiler Weg in nördlicher Richtung von dem Dorfe Bornhagen hinauf. Am südöstlichen Bergkamm, im Schutz der Burg, ist das Dorf Rimbach gelegen, in welchem die äußeren Torbefestigungen beginnen. Die freie Lage des Burgberges gewährt eine weite Aussicht über das umliegende Gelände, das breite Tal der Leine.

Unterhalb der Burg Hanstein liegt der Klausenhof. Dieses uralte Wirtshaus mit Rittersaal, mittelalterlicher Schänke, mit Steinbackofen, Brunnen & Badestube sowie historischer Herberge, bewirtete schon vor Jahrhunderten Reisende und einkehrende Wanderer. Der Klausenhof liegt an der alten Geleitstraße, welche das Werratal mit dem Leinetal verbindet. Auch die deutsche Märchenstraße führt unmittelbar am Haus entlang.

Weitere Informationen: http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Hanstein

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2012

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